Schlagwort-Archive: Pisa

Entzaubert

Am Ländervergleich schulischer Leistungen wird deutlich, dass das „längere gemeinsame Lernen“ die damit verbunden positiven Erwartungen  nicht erfüllt.

Fast jeder vierte Einwohner Deutschlands hat einen Migrationshintergrund. Diese ethnische Vielfalt bildet sich in keiner anderen Institution so sichtbar ab wie in der Schule.  Kinder aus aller Herren Länder lernen gemeinsam mit deutschen Kindern. Die Vielfalt der Herkunftssprachen ist  enorm.   Alle Schüler bringen die geistigen und kulturellen Prägungen  mit, die  sie im Elternhaus und in ihrem sozialen Milieu erworben haben. Heute lautet die Gretchenfrage der Pädagogik: Wie kann man  die Vielfalt an Begabungen, sprachlichem Vermögen, sozialem Verhalten und kulturellen Prägungen  pädagogisch  so  handhaben, dass für jedes Kind das optimale Lernergebnis herauskommt. Nicht-Pädagogen, die zum ersten Mal eine quirlige Multi-Kulti-Klasse live erleben, erscheint diese Aufgabe als die Quadratur des Kreises. Sie empfinden die Lehrkraft auf einer „mission impossible“. Doch die Lehrkräfte  wissen sich offensichtlich zu helfen. Darum gelingt auch der Unterricht im ganzen Land  überwiegend konfliktfrei. Auf einem anderen Blatt steht jedoch die Frage, wie sich der Umgang mit der heterogenen Schülermischung in den Lernergebnissen niederschlägt. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Leistungsbereitschaft, Rolle des Lehrers, Schulformdebatte, Sozialer Aufstieg durch Bildung, Unterrichtsmethode, Unterrichtsqualität

Die rechte Hand weiß nicht, was die linke tut

Frankfurter Allgemeine Zeitung (16. 11. 2017)

Die rechte Hand weiß nicht, was die linke tut

 Warum G8 im Westen gescheitert ist und wie sich die Kultusminister in ihren eigenen Absichten verheddert haben

 von Rainer Werner

In Anlehnung an einen berühmten Buchtitel von Hans Magnus Enzensberger könnte man vom „kurzen Sommer des G8-Gymnasiums“ sprechen. Ein Bundesland nach dem anderen hat inzwischen den Rückzug angetreten und will wieder zu G9 zurückkehren. Die schulpolitische Springprozession hat seit der Einführung von G8 im Jahre 2012 eine beispiellose   Zerklüftung der Schullandschaft  bewirkt. Mal gibt es wie in Hessen das 8- und 9-jährige Gymnasium parallel. Dann ist wie in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zwar  G8 die Regel, es  gibt  aber auch G9 als Modellversuch, quasi als Einstieg in den Ausstieg. Schleswig-Holstein geht bis auf wenige Ausnahmen  zu G9 zurück.  Die dem Populismus nie abgeneigte bayerische Landesregierung hat eine radikale Kehrtwendung vollzogen und setzt wieder auf G9, weil es die Bevölkerung so will. Man könnte meinen, es habe nie einen plausiblen Grund dafür gegeben, die Schulzeit am Gymnasium von neun  auf acht  Schuljahre zu verkürzen. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Stärkung des Gymnasiums, Unterrichtsqualität

PISA-Test: Lob oder Tadel?

Alle drei Jahre veröffentlicht die OECD die Resultate des weltweit durchgeführten Pisa-Tests. Die Schwerpunkte bei den getesteten Wissensgebieten variieren von Test zu Test. Mal müssen die Schüler ihr Leseverständnis unter Beweis stellen, mal ihre Fähigkeiten in den Naturwissenschaften  oder in Mathematik. Die Politik sieht den Ergebnissen erwartungsvoll entgegen, weil das Ranking des eigenen Landes im Pool der teilnehmenden Länder Anerkennung und Prestige verheißt – oder Enttäuschung und Beschämung. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Kompetenzen, Schulformdebatte, Unterrichtsqualität