Archiv der Kategorie: Unterrichtsmethode

Von Sachsen lernen

Veröffentlicht in der Tageszeitung „DIE WELT“ vom 13. 04. 2019

Im Freistaat sind Schulen  Spitze, weil   die Schulformen deutlich   getrennt werden. Wenn man sie wie in anderen Bundesländern  vermischt, funktioniert keine optimal.

Die Sachsen gelten als die Schwaben des Ostens. Mit ihren süddeutschen Verwandten teilen sie  Tüftlergeist und  Eigensinn. Auch in der Leistungsorientierung stehen sie ihnen in nichts nach.  Den Berlinern hingegen sagt man nach, sie hätten sich mit  Schlendrian und  Verlotterung, mit Müll auf den Straßen und chaotischen Behörden abgefunden. Lässt sich dieser Unterschied auch in der Bildung feststellen? Leider ja. Der  „Bildungsmonitor 2018“ des Instituts der deutschen Wirtschaft gibt darüber Auskunft. In der Schulqualität erreicht Sachsen 90 von 100 Punkten, Berlin dümpelt mit beschämenden 10 Punkten am Ende der Tabelle.

Was ist der Grund für die großen Unterschiede? Das sächsische Schulsystem besteht aus  einem  Zweisäulen-Modell. Neben dem klassischen  Gymnasium gibt es mit der  „Oberschule“ eine integrierte Schulform. Sie bietet zwei Bildungsgänge an, die zum Haupt- oder  Realschulabschluss führen. Da diese Schulform  keinen gymnasialen Zug hat, ist die Schülerschaft relativ homogen. Bei entsprechenden Leistungen ist ein Wechsel zwischen Haupt- und Realschulklasse möglich, wodurch dem Gebot  der  Durchlässigkeit Genüge getan wird. Die Oberschule ist besonders auf den Übergang in berufliche Bildungswege ausgerichtet. Praktisch, handwerklich oder technisch begabte Jugendliche werden optimal gefördert. An den Ergebnissen der Schulleistungstests des „Instituts zur Qualitätsentwicklung  im Bildungswesen“ (IQB)  wird deutlich, dass  dieses klug gestalte Schulsystem gute  Früchte trägt.  Sächsische Schüler belegen Spitzenplätze: die Neuntklässler in Mathematik, Naturwissenschaften und im Lesen  Platz eins,  die Viertklässler in Mathematik und im Lesen hinter Bayern jeweils den zweiten Platz. Die klare Trennung von Gymnasium und integrierter Schulform hat sicher  zu den guten Leistungen sächsischer Schüler beigetragen.  Wenn die integrierte Schulform bewusst  darauf verzichtet, Gymnasiasten anzulocken, kann sie sich voll auf das Leistungsvermögen und  die Mentalität der schwächeren Schüler konzentrieren, was sich in guten  Ergebnissen auszahlt.

Die Eigenständigkeit von Gymnasium und Oberschule spiegelt sich auch in den Bedingungen für den Übergang von der  Grundschule zum  Gymnasium wider. Kinder, die eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium erhalten haben, können ohne Prüfung aufs Gymnasium wechseln. Schüler mit einer Empfehlung für die Oberschule müssen eine „schriftliche Leistungserhebung“ in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht ablegen, von deren Ergebnis der Wechsel abhängt. Der Elternwille, der in den meisten Bundesländern inzwischen in Reinform gilt, wird in Sachsen durch einen Leistungstest  eingeschränkt. Diese Regelung zahlt sich in guten Lernergebnissen sächsischer Gymnasiasten aus. In Berlin gilt nur der Elternwille. Deshalb finden dort auch Schüler den Weg aufs Gymnasium, die den Lernanforderungen nicht gewachsen sind. Der Leistungskultur des Gymnasiums tut dies nicht gut. Hinzu kommt die seit 2011 geltende „Schülerlotterie“, die dem  Eignungsprinzip widerspricht.

Die Ergebnisse Berliner Schüler hinken weit hinter denen der sächsischen Schüler her. Bei den Schülervergleichstests des IQB erreichte ein hoher Anteil der Viertklässler beim Lesen nur die unterste Kompetenzstufe. Auch die Neuntklässler schneiden schlecht ab. Der IQB-Bildungstrend 2016 stellte fest, dass  in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik der Anteil Berliner Schüler, der nicht den Mindeststandard erreicht, über dem Bundesdurchschnitt liegt. In Berlin beträgt  die Schulabbrecherquote 8,0 Prozent und liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 5,7 Prozent. Bei Schülern mit Migrationshintergrund erreicht die Quote mit 19 Prozent einen Spitzenwert.

Die  Vermutung liegt nahe, dass Besonderheiten des  Berliner Schulsystems an den schwachen Schülerleistungen schuld sind. Da gerade in Berlin die Heterogenität der Schülerschaft enorm ist, muss der Unterricht  an den „Integrierten Sekundarschulen“ (ISS)  differenziert werden. Die Berliner Schulverwaltung  verzichtet darauf, den Schulen die Differenzierungsmethode vorzuschreiben, die am meisten Erfolg verspricht: die äußere Fachleistungsdifferenzierung.  Jede Schule darf über Beginn und Form der Leistungsdifferenzierung  selbst entscheiden. Im wichtigen  Fach  Deutsch dürfen sich  die Schulen sogar bis zur 9. Klasse Zeit lassen, bevor sie überhaupt leistungsdifferenziert unterrichten müssen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich Kollegien, denen vor allem die „soziale Gerechtigkeit“ am Herzen liegt, für die Binnendifferenzierung entscheiden, obwohl  die  Erfahrungen im Unterrichts ihnen zeigen müssten, dass das Unterrichten in homogenen Lerngruppen besser gelingt.

Warum ist die äußere Fachleistungsdifferenzierung der Binnendifferenzierung überlegen? In den Klassen des integrierten Systems ist bei den Schülern die  Spreizung der Lernvoraussetzungen, des Vorwissens und der Lernmotivation    gewaltig. Sie stellt den Lehrer vor große methodische Herausforderungen. Es ist nämlich keineswegs leicht,  jeden Lernstoff so aufzubereiten, dass  er  mehreren Lernniveaus gerecht wird. Binnendifferenzierung gehört zu den schwierigsten Handwerkstechniken eines Lehrers. Und es ist zeitlich  aufwändig, jedes Unterrichtsmaterial für unterschiedliche Niveaustufen bereitzustellen. Viele Lehrer begnügen sich deshalb damit, Unterrichtsangebot und  Schwierigkeitsgrad auf das mittlere Niveau in der Klasse abzustellen, also auf die Schüler, die die Mehrheit bilden. Die besonders leistungsstarken Schüler bekommen dann nur ungenügende Lernanreize, die leistungsschwachen erhalten nicht die Förderung, derer sie bedürfen. Die Vernachlässigung beider Gruppen  ist leider an vielen Sekundarschulen  pädagogischer  Alltag.

Ein Manko der Integrierten Sekundarschule in Berlin besteht darin, dass sie auch die allgemeine Hochschulreife anbietet. Das Abitur kann entweder in der eigenen gymnasialen Oberstufe oder in der Oberstufe einer kooperierenden  Sekundarschule abgelegt werden. Die Spreizung der Schülerbegabungen vom Hauptschüler bis zum Gymnasiasten zwingt die Lehrkräfte im Unterricht zu einem didaktischen Spagat, den sie kaum  bewältigen können. Wenn dann noch politische Vorgaben die optimale Differenzierung in den wichtigen Fächern verhindern, kann eine leistungsgerechte Ausbildung der Schüler kaum gelingen. Würde die ISS auf den gymnasialen Anspruch verzichten, könnte diese Schulform – dem sächsischen Beispiel folgend – ein Ausbildungskonzept entwickeln, das auf die eher praktisch als kognitiv begabte Schülerschaft ausgerichtet ist. Das würde mit Sicherheit die hohe Abbrecherquote bei den Schülern reduzieren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie  schwächere Schüler darunter leiden, wenn  sie mit Lernstoffen konfrontiert werden, die sie intellektuell nicht bewältigen können,  wie sie aber aufblühen, wenn sie in Arbeitslehre ein Regal bauen können. Berlin schwächt durch politische Vorgaben letztlich beide  Schulformen: Das Gymnasium durch den reinen Elternwillen, der auch zur Aufnahme minderbegabter Schüler  zwingt, und die Sekundarschule durch Eltern, die ihr begabtes Kind aus politischer Überzeugung an eine Schule schicken, an der es unterfordert ist. Die  24 Gemeinschaftsschulen bieten keine sinnvolle Alternative. Das dort angewandte didaktische Prinzip des individualisierten Lernens führt bei den VERA-Vergleichstests und den Schulabschlüssen zu noch schlechteren Ergebnissen als bei den Sekundarschulen.  Es ist offensichtlich:  Die  notorische  Angst vor „Selektion“  führt im Berliner Schulsystem zu Konsequenzen, die den  pädagogischen Erfolgsrezepten  zuwiderlaufen.

Schulqualität ist kein Faktum, über das man locker hinwegsehen sollte.  Schülerleistungen und Wohlstand eines Landes hängen nämlich eng zusammen. Der individuelle Erfolg auf dem Arbeitsmarkt  hängt stark von den an der Schule erworbenen  Kompetenzen ab.  Und  das Wachstum einer Volkswirtschaft baut auf den kognitiven Fähigkeiten der Erwerbsbevölkerung auf. Dass die Südländer in der Europäischen Union  den Nordländern seit Jahren wirtschaftlich  hinterherhinken, liegt auch an ihren Bildungssystemen, die im Vergleich der OECD-Länder  nur unterdurchschnittlich  abschneiden. Wir sollten alles tun, um in der Bildung die Kluft zwischen den leistungsstarken und leistungsschwachen Bundesländern zu schließen. Dazu müssen die Länder, deren Schulsysteme Schwächen aufweisen, endlich die Erfolgsrezepte der führenden Länder übernehmen. Von den Sachsen zu lernen, ist deshalb  erste Pädagogenpflicht.

 

 

 

 

Werbeanzeigen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit den Eltern, Der richtige Umgang mit Schülern, Rolle des Lehrers, Schülerleistungen, Sozialer Aufstieg durch Bildung, Unterrichtsmethode

Gymnasiale Bildungsreise

Seit meiner Pensionierung vor sieben Jahren habe ich an acht Berliner Gymnasien als Vertretungslehrer Deutsch und Geschichte unterrichtet. Die Deputate reichten von zwei Monaten bis zu einem ganzen Jahr. Auch  Abiturprüfungen  hatte ich abzunehmen. Die Schulen erstreckten sich über sechs Bezirke – von Tempelhof mit seiner gemischten Sozialstruktur bis Zehlendorf, wo überwiegend gutsituierte Bürger wohnen. Das Profil der Schulen reichte von Musikbetonung bis zu naturwissenschaftlicher Ausrichtung.  Baulicher Zustand und Ausstattung der Schulen waren  sehr unterschiedlich. Ich traf auf Schulen, die völlig auf digitale Smartboards umgestellt hatten, während andere noch in der „Kreidezeit“ verharrten. Das PC-Equipment war fast überall nicht auf dem neuesten Stand, die Rechner in den Klassenzimmern  liefen noch mit Windows XP oder 7, was das  Einloggen zur Geduldsprobe machte. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kompetenzen, Ricchtiger Umgang mit der Sprache, Rolle des Lehrers, Schülerleistungen, Stärkung des Gymnasiums, Unterrichtsinhalte, Unterrichtsmethode

Verfehlte Testmethoden der Schulinspektion

Veröffentlicht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 24. 01. 2019

 

Wichtige Qualitätskriterien werden vernachlässigt.

In Deutschland wird inzwischen alles getestet. Vom elektrischen Eierkocher bis zum Seniorenheim werden Waren und Dienstleistungen  einer akribischen Prüfung unterzogen und  die Ergebnisse  in Test-Zeitschriften veröffentlicht. Wenn „Stiftung Warentest“ über eine Marke den Daumen senkt, kann dies für sie das Aus bedeuten. Schnelle Nachbesserung ist dann angesagt.  Lange haben sich Bildungspolitiker dagegen gesträubt, die Qualität der Schulen, für die sie die Verantwortung tragen, testen zu lassen. Nach der erste PISA-Studie 2001 und den durchwachsenen Ergebnissen deutscher Schüler war das Desinteresse an Schulqualität nicht länger aufrechtzuerhalten. Die Stunde der Schulinspektion hatte geschlagen. Inzwischen gibt es sie in allen Bundesländern. Ein Inspektionsteam aus Lehrkräften, die keinen Bezug zur jeweiligen Schule haben dürfen, besucht und bewertet in regelmäßigen Abständen die Schulen. Doch wie testet man eine Schule? Schule ist ein komplexer Kosmos von der Größe eines mittelständischen Unternehmens. Große Schulen haben über 100 „Mitarbeiter“ und bis zu 1000 „Kunden“, die jeden Tag anwesend sind und die angebotene Dienstleistung abrufen. Die Schüler erwarten guten Unterricht und  bestmögliche Schulabschlüsse, die sie jedoch nur erreichen, wenn die Schule in all ihren Facetten optimal funktioniert. Deshalb werden bei der Inspektion alle Aspekte des Schullebens auf den Prüfstand gestellt: Schulleiterhandeln, innerschulische Kommunikation, (digitale) Ausstattung, Einbeziehung von Eltern und Schülern in Entscheidungsprozesse, Schulklima, programmatische Schulentwicklung  und als wichtigstes Kriterium das Kerngeschäft: der Unterricht. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Rolle des Lehrers, Schülerleistungen, Schulinspektion, Unterrichtsmethode, Unterrichtsmethoden, Unterrichtsqualität

Frauen sind die besseren Lehrer

Veröffentlicht in der WELT vom 17. 01. 2019

 

In allen Schulformen bilden weibliche Lehrkräfte inzwischen die Mehrheit – mit steigender Tendenz. Wie kann man sich das erklären? Sie verfügen neben mehreren Kernqualifikationen über eine erzieherische Geheimwaffe.

 

Frauen, die die Lehrer werden wollten, hatten eine Frauenquote noch   nie nötig. Vor kurzem  eroberten sie  aus eigener Leistung die letzte Männerbastion, das Gymnasium. Auch dort bilden sie inzwischen in den Lehrerkollegien die Mehrheit, wie das schon in den anderen Schulformen seit längerem der Fall ist. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts sprechen für sich: Fast drei Viertel der der deutschen Lehrer (72 Prozent) im Schuljahr 2014/2015 waren weiblich – deutlich mehr als vor zehn Jahren (67 Prozent). Zum Vergleich der Frauenanteil in Politik und Wirtschaft: Im aktuellen Deutschen Bundestag sitzen 30,9 Prozent Frauen, in den Vorständen der 200 größten Unternehmen gerade einmal 8 Prozent. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Rolle des Lehrers, Unterrichtsmethode

Entzaubert

Am Ländervergleich schulischer Leistungen wird deutlich, dass das „längere gemeinsame Lernen“ die damit verbunden positiven Erwartungen  nicht erfüllt.

Fast jeder vierte Einwohner Deutschlands hat einen Migrationshintergrund. Diese ethnische Vielfalt bildet sich in keiner anderen Institution so sichtbar ab wie in der Schule.  Kinder aus aller Herren Länder lernen gemeinsam mit deutschen Kindern. Die Vielfalt der Herkunftssprachen ist  enorm.   Alle Schüler bringen die geistigen und kulturellen Prägungen  mit, die  sie im Elternhaus und in ihrem sozialen Milieu erworben haben. Heute lautet die Gretchenfrage der Pädagogik: Wie kann man  die Vielfalt an Begabungen, sprachlichem Vermögen, sozialem Verhalten und kulturellen Prägungen  pädagogisch  so  handhaben, dass für jedes Kind das optimale Lernergebnis herauskommt. Nicht-Pädagogen, die zum ersten Mal eine quirlige Multi-Kulti-Klasse live erleben, erscheint diese Aufgabe als die Quadratur des Kreises. Sie empfinden die Lehrkraft auf einer „mission impossible“. Doch die Lehrkräfte  wissen sich offensichtlich zu helfen. Darum gelingt auch der Unterricht im ganzen Land  überwiegend konfliktfrei. Auf einem anderen Blatt steht jedoch die Frage, wie sich der Umgang mit der heterogenen Schülermischung in den Lernergebnissen niederschlägt. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Leistungsbereitschaft, Rolle des Lehrers, Schulformdebatte, Sozialer Aufstieg durch Bildung, Unterrichtsmethode, Unterrichtsqualität

Digitale Aufrüstung der Schule – ein Irrweg?

Wenn man wie ich als Lehrer noch aus der Kreidezeit stammt und sich kritisch über den Digitalisierungshype in der Schule äußert, gerät man schnell in den Verdacht, man sei technikfeindlich und wolle den Fortschritt in der Schule bremsen. Für die meisten Lehrkräfte, die noch die Zeit der Ormig-Vervielfältigung im Lehrerzimmer erlebt haben, trifft das beileibe nicht zu. Alle  benutzen sie Laptops und Tablets und  sind auch mit  der neuen „Tafel“, dem Smartboard, bestens vertraut. Sie haben sich allerdings von den digitalen Verheißungen den Kopf nicht vernebeln lassen. Sie stellen die schlichte Frage: Was ist der Mehrwert für den Unterricht? Diese Frage ist bislang von allen Befürwortern der digitalen Aufrüstung in den Klassenzimmern nicht befriedigend beantwortet worden. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Rolle des Lehrers, Unterrichtsmethode, Unterrichtsqualität

Wie eine Kulturtechnik verkümmert

Das Berliner Gymnasium, an dem unterrichtet habe, bekam seine Schüler aus über zehn Grundschulen „angeliefert“. Den Lehrkräften der Eingangsklassen (in Berlin ist das die 7. Klasse) war schnell klar, welche Grundschulen ihre Schüler gut auf die Oberschule vorbereitet haben und welche nicht. In Deutsch beherrschten einige Schüler schon Wortarten und  Satzglieder, während andere  diese Fachbegriffe noch nie  gehört hatten. Auch beim Lesen gingen die Leistungen weit auseinander. Ich habe erlebt, dass (männliche) Schüler mich vor der Stunde baten, sie nicht laut vorlesen zu lassen, weil „sie das nicht können“. Sie wollten sich nicht vor ihren Mitschülern blamieren. Diese Unterschiede bestanden nicht  nur – was inzwischen gesichertes Wissen ist – zwischen Schülern aus kulturell unterschiedlich geprägten Elternhäusern. Die Leistungen differierten nach der Grundschule, die die Schüler jeweils  absolviert hatten. Man kann also den Schluss wagen, dass  es Schulen gibt, die ihren Auftrag, die Kinder auf die weiterführenden Schulen vorzubereiten, ernst nehmen und dabei auch erfolgreich sind, und solche, die sich eher einer Laissez-faire-Pädagogik verschrieben haben. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit den Eltern, Der richtige Umgang mit Schülern, Ricchtiger Umgang mit der Sprache, Sozialer Aufstieg durch Bildung, Unterrichtsmethode, Unterrichtsqualität