Archiv der Kategorie: Schulgesetz

Freie Fahrt für grundständige Gymnasien

Veröffentlicht in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 29. 05. 2019

Der Berliner Senat  sollte seine Blockadehaltung im Sinne einer Qualitätsverbesserung aufgeben.

Dass  Berlin anders tickt  als der Rest der  Republik, gilt inzwischen als Binsenweisheit. In Berliner Kneipen gibt es keine Sperrstunde – ein Eldorado für Nachtschwärmer und  trinkfeste Touristen. Dem Berliner gilt als normal, was anderswo als Ordnungswidrigkeit geahndet würde. Fünf gerade sein lassen und  über Fehler hinwegsehen  wertet man  als Schmiermittel des Großstadtlebens.  Auch im Schulsystem gibt es Besonderheiten, die im Rest der Republik allerdings eher Befremden als Schmunzeln hervorrufen.  So beginnen in Berlin die  Gymnasien in der Regel mit der  7. Klasse.   Von insgesamt 91 staatlichen Gymnasien ist es   nur  36  Schulen erlaubt, grundständige Züge ab Klasse 5 einzurichten.  Von den  23 privaten  Gymnasien beginnen  auch  nicht alle  mit  Klasse 5. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit den Eltern, Der richtige Umgang mit Schülern, Grundschule, Schülerleistungen, Schulformdebatte, Schulgesetz, Unterrichtsqualität, Wahlfreiheit der Eltern

Wie die AfD Schüler zum Petzen animiert

Die digitalen „Informationsportale“ der AfD verstoßen nicht nur  gegen die Schulgesetze, sie gefährden auch den Schulfrieden.

Oft fragen  Eltern  ihre Kinder beim gemeinsamen  Abendbrot, was sich in der Schule zugetragen hat. Wenn Renate berichtet, dass  ihr Sozialkundelehrer für eine Greenpeace-Aktion geschwärmt habe, bei der  Aktivisten einen Braunkohlebagger besetzt haben, kann es passieren, dass der konservativ geprägte Vater in der Schule vorstellig wird, um den Lehrer nach seiner politischen Neutralität im Unterricht zu befragen. Es ist auch  vorgekommen, dass grün gestimmte  Eltern, die erfahren haben, dass ein Lehrer im politischen Unterricht die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung als „unverantwortlich“ bezeichnet hat, den Schulleiter aufgesucht haben, um ihn auf die „politische Beeinflussung“ der Klasse durch die Lehrkraft aufmerksam  zu machen. In der Regel führt die Aussprache mit Schulleitung und   Lehrkraft dazu, dass der Vorwurf ausgeräumt wird. Manchmal muss aber das Rechtsamt einschreiten und disziplinarische Maßnahmen ergreifen. So bei einem Geschichtslehrer in Berlin-Steglitz, der in  einem Buch die Beteiligung der Wehrmacht an der Judenvernichtung bagatellisiert hat; oder bei einem Grundschullehrer in Berlin-Wedding, der auf Youtube  Videos verbreitet hat, in denen er die  Geschichte des Holocaust als „voller Lügen“ bezeichnet hat. Diese Beispiele zeigen, dass das Warnsystem der Schule funktioniert und dass die immer wieder entstehenden Konflikte relativ  geräuschlos gelöst werden. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Datenschutz an der Schule, Neutralitätsgebot, Rolle des Lehrers, Schulgesetz