Archiv der Kategorie: Leistungsbereitschaft

Bei vielen Menschen hat sich die Haltung verfestigt, dass Leistung in der Schule unmenschlich sei. Sie sprechen von „Leistungsdruck“ und „Drill“, wodurch die Kinder in ihren menschlichen und sozialen Fähigkeiten „verbogen“ würden. Stimmt das?

Rote Laterne auf ewig?

Berlin entwickelt sich  zum Italien der Schulpolitik, wenn es sich weiterhin weigert, von den erfolgreichen Bundesländern zu lernen. Einschneidende  Reformen sind unumgänglich.

In der  Bildungspolitik hat es noch nie geschadet, wenn der dafür verantwortliche Minister oder Senator vom Fach ist. Die Komplexität des  Kosmos Schule   kann nur jemand voll verstehen, der in der Schule als Lehrkraft oder – besser noch –  als Schulleiter gewirkt hat. Fehlt einem Verantwortlichen diese profunde Kenntnis, neigt er gerne dazu, sich an ideologischen Vorgaben seiner Partei  festzuhalten, die ihm Sicherheit versprechen. Pragmatische Problemlösungen  sind dann kaum zu erwarten.  Dass die Berliner Schule im Leistungsvergleich der Bundesländer  seit Jahren den letzten Platz belegt, hat auch etwas mit dem beruflichen Hintergrund der Schulsenatoren zu tun. In den letzten 40 Jahren  waren  nur zwei Bildungssenatoren  Lehrer:  Hanna-Renate Laurien (CDU) und Sybille Volkholz (Grüne). Alle  anderen hatten eine andere Profession. Es gab  Juristen (Klemann), Politologen (Böger), Chemiker (Zöllner) und  Sozialpädagoginnen (Stahmer, Scheeres). Wenn in einem  Krankenhaus eine bahnbrechende  neue Operationstechnik entwickelt wird, werden alle Krankenhäuser bemüht sein, die Erfindung zum Wohl der Patienten baldmöglichst einzuführen. Bei der  Berliner Bildungsbehörde muss man  hingegen den Eindruck gewinnen, dass sie es partout vermeidet, von den erfolgreichen Bundesländern zu lernen. Lieber will man  die Rote Laterne behalten,  als  sich einzugestehen, dass man jahrelang   falsche Konzepte verfolgt hat. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Hochbegabte, Leistungsbereitschaft, Rolle des Lehrers, Stärkung des Gymnasiums, Unterrichtsqualität

Lernen mit Konfuzius

       Erschienen in der Tageszeitung DIE WELT vom 4. 9. 2019

 In Schulen hierzulande erzielen asiatische Kinder den größten Erfolg. Sie könnten Einheimischen und Zuwanderern als Vorbild dienen. Das Problem: Bei uns ist Spaß die wichtigste pädagogische Kategorie.

In den Klassenzimmern unserer Schulen sitzen  Schüler mit fremdländischen Wurzeln, die nie im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen. Sie schlagen  sich nicht auf dem Pausenhof, sind nicht aufsässig und verstoßen auch nicht  gegen die Regeln. Sie sind höflich, zuvorkommend und leistungsorientiert. Gemeint sind die Kinder asiatischer Eltern. In Deutschland leben zur Zeit 450.000 Menschen aus asiatischen Staaten.  Chinesen, Inder, Vietnamesen und Thais bilden unter ihnen die größten Gruppen. Oft habe ich im Lehrerzimmer  Kollegen  von asiatischen Schülern schwärmen hören, weil sie sich still und beharrlich, mit Fleiß und Ehrgeiz an die Leistungsspitze emporarbeiten. Die Zahlen sprechen für sich: In Deutschland schaffen 64 Prozent der vietnamesischen Kinder den Sprung aufs Gymnasium. Dieser Anteil ist um 11 Prozentpunkte höher als der Anteil der deutschen Schüler und  fünfmal so hoch wie bei türkischen Schülern. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Leistungsbereitschaft, Migrantenkinder in der Schule, Sozialer Aufstieg durch Bildung, Verantwortung der Eltern

Entzaubert

Am Ländervergleich schulischer Leistungen wird deutlich, dass das „längere gemeinsame Lernen“ die damit verbunden positiven Erwartungen  nicht erfüllt.

Fast jeder vierte Einwohner Deutschlands hat einen Migrationshintergrund. Diese ethnische Vielfalt bildet sich in keiner anderen Institution so sichtbar ab wie in der Schule.  Kinder aus aller Herren Länder lernen gemeinsam mit deutschen Kindern. Die Vielfalt der Herkunftssprachen ist  enorm.   Alle Schüler bringen die geistigen und kulturellen Prägungen  mit, die  sie im Elternhaus und in ihrem sozialen Milieu erworben haben. Heute lautet die Gretchenfrage der Pädagogik: Wie kann man  die Vielfalt an Begabungen, sprachlichem Vermögen, sozialem Verhalten und kulturellen Prägungen  pädagogisch  so  handhaben, dass für jedes Kind das optimale Lernergebnis herauskommt. Nicht-Pädagogen, die zum ersten Mal eine quirlige Multi-Kulti-Klasse live erleben, erscheint diese Aufgabe als die Quadratur des Kreises. Sie empfinden die Lehrkraft auf einer „mission impossible“. Doch die Lehrkräfte  wissen sich offensichtlich zu helfen. Darum gelingt auch der Unterricht im ganzen Land  überwiegend konfliktfrei. Auf einem anderen Blatt steht jedoch die Frage, wie sich der Umgang mit der heterogenen Schülermischung in den Lernergebnissen niederschlägt. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Leistungsbereitschaft, Rolle des Lehrers, Schulformdebatte, Sozialer Aufstieg durch Bildung, Unterrichtsmethode, Unterrichtsqualität

Die Leistungen unserer Grundschüler werden schlechter

Die deutsche Wirtschaft eilt von Rekord zu Rekord: Die Arbeitslosigkeit ist auf einem Tiefstand angekommen, die Zahl der Erwerbstätigen so hoch wie nie. Der Staat profitiert davon in einzigartiger Weise: Seit Jahren ist der Staatshaushalt ausgeglichen, weil die Steuereinnahmen sprudeln. Die Schuldenbremse kann problemlos eingehalten werden.

Ganz anders sieht es in einem Bereich aus, der für die Wirtschaft von morgen von zentraler Bedeutung ist: in der schulischen Bildung. Die am 13. Oktober 2017 vorgestellte Studie des „Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen“ (IQB) zeitigt ernüchternde Resultate: 30.000 Grundschüler der vierten Klasse  aus mehr als 1.500 Schulen wurden in Deutsch und Mathematik getestet. In beiden Fächern fallen die Ergebnisse zum Teil deutlich  hinter die Resultate von 2011 zurück. In der Rechtschreibung erreichen nur 55 Prozent der Schüler den Mindeststandard gegenüber 65 Prozent im Jahr 2011. In Mathematik sind es  62 Prozent im Jahr 2016 gegenüber 68 Prozent im Jahr 2011. Diese schlechten  Ergebnisse sind deshalb verwunderlich, weil andere Studien – vor allem die PISA-Studie der OECD –  unseren Schülern von Mal zu Mal bessere  Leistungen attestiert  haben. Die schlecht getesteten Grundschüler werden bald  in der Sekundarstufe I sitzen und dann auch für schlechtere PISA-Ergebnisse sorgen, wenn jetzt  nicht entschieden gegengesteuert wird. Weiterlesen

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Warum Privatschulen so erfolgreich sind

Privatschulen sind ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt, seit bekannt wurde, dass die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig (SPD) ihren Sohn ab der 5. Klasse auf eine Privatschule schickt. Als Grund gibt sie die Nähe der Schule zum Wohnort an. In der Öffentlichkeit  wurde diese Entscheidung krisiert, wird doch die SPD nicht müde zu fordern, der Schulerfolg der Kinder dürfe nicht länger vom Geldbeutel der Eltern abhängen und das längere gemeinsame Lernen (an der staatlichen Schule) sei ein Gebot der Gerechtigkeit. Der folgende Beitrag soll zeigen, dass die Wahl einer Privatschule für das eigene Kind unter Umständen die erste Wahl sein kann.

 

Vorrang  des Pädagogischen

 Eltern sind wählerisch, wenn es um die Suche nach der richtigen Schule für ihre Kinder geht. Sorgfältig prüfen  sie die „Bonität“ der in Frage kommenden Schulen – also ihre pädagogische Qualität. Sie lesen die Berichte der staatlichen Schulinspektion und sprechen mit Schulangehörigen: mit Eltern, Schülern und Lehrern. Auch Schulen in privater Trägerschaft kommen bei der Schulwahl  in Betracht, vor allem dann, wenn sich die staatliche Schule im Wohnumfeld als nicht besonders leistungsstark erweist. Wenn keine passende Schule „im Angebot“ ist, gründen Eltern auch  gerne selbst eine Privatschule. In den letzten Jahren war  ein richtiger Gründungsboom zu verzeichnen. Gründungshauptstadt ist Berlin, wo vor allem in den Bezirken mit bildungsbeflissenen Eltern (Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain) viele Privatschulen ihre Arbeit aufgenommen haben. Zwei Privatschulen im Arbeiterbezirk Wedding versuchen seit kurzem  das Novum, ihre Einrichtung  ohne Schulgeld, nur durch Spenden zu betreiben. So  wollen sie unterprivilegierten Kindern den Schulbesuch ermöglichen. Weiterlesen

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Den Bildungsföderalismus verteidigen!

Im Volksmund gibt es den Spruch: „Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch.“ – Der Besteller kann dann auch über die Musikstücke befinden, die auf dem Fest gespielt werden. Auf die Bildung in Deutschland übertragen hieße der Satz: „Wer für die Bildung verantwortlich ist, muss auch finanziell für sie aufkommen. Er darf die Bildung dann auch nach seinem Gutdünken gestalten.“   Deutschland ist ein föderal gegliederter Bundesstaat. Die Bildung gehört zu den wichtigsten Verantwortlichkeiten der Bundesländer. Bisher haben sie eifersüchtig darüber gewacht, dass ihnen der Bund kein Jota von diesen Befugnissen aus der Hand nimmt, gilt doch die Bildung als idealer Bereich, in dem man seine Gestaltungskraft unter Beweis stellen kann. Das ist auch der Grund für die großen Unterschiede im Schulsystem, die beim Umzug von Familien von einem Bundesland in ein anderes  manchmal bei den Kindern zu kleinen Tragödien  führen können. Weiterlesen

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Integration auf Vietnamesisch

In Deutschland leben  ca. 150 000 Vietnamesen. Es sind die Nachfahren der sog. Boat-People, die in den späten 1970er Jahren aus humanen Gründen in unserem Land aufgenommen wurden. Es sind auch die Nachkommen der Vietnamesen, die die ehemalige DDR als „Vertragsarbeiter“ aus dem kommunistischen Nordvietnam aufgenommen hatte. Im Unterricht habe ich viele Kinder mit vietnamesischem Hintergrund unterrichtet und mit ihnen nur gute Erfahrungen gemacht.  Im Lehrerzimmer haben die Kollegen manchmal gefeixt: Die lieben Vietnamesen machen etwas falsch. Sie sind nicht aufsässig, verstoßen nicht gegen die Regeln, beschimpfen die Lehrerinnen nicht als „deutsche Schlampen“, sie sind höflich und zuvorkommend – und leistungsorientiert. Und deshalb stehen sie nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit, wie das z.B. türkische oder arabische Jugendliche ständig zu tun pflegen. Weiterlesen

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