Archiv der Kategorie: Innere Schulreform

Gute Schulen entstehen dann, wenn die Arbeit in allen Bereichen – vor allem im Unterricht – ständig überprüft („evaluiert“) wird und daraus Verbesserungsstrategien abgeleitet werden. Die Zielvorgaben müssen in festen Zeitspannen erfüllt werden.

Ein Schritt vorwärts – zwei Schritte zurück

Alarmierender  Rückschritt in der Schulqualität

Mitte August 2017 wurde der „Bildungsmonitor 2017“ veröffentlicht, der vom „Institut der deutschen Wirtschaft“ in Köln jedes Jahr herausgegeben wird. Diese Studie untersucht die Qualität von Bildung in Schule und Hochschule  und erstellt daraus ein Ranking der Bundesländer. Wie  zu erwarten war, belegen auch dieses Jahr  die Länder Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg  die vordersten Plätze. Die drei Länder Nordrhein-Westfalen, Bremen und Berlin rangieren am Ende  der Tabelle. Studiert man die Ergebnisse der Studie im einzelnen, fallen einige Verbesserungen ins Auge. So nahm die Qualität in den Handlungsfeldern Internationalisierung um 16,5 Punkte, bei der  Förderinfrastruktur um 10,7 Punkte und bei den  Betreuungsbedingungen um 8,8 Punkte zu. Alarmierend ist hingegen die Abnahme der Schulqualität um 7,3 Punkte. Diese Verschlechterung ist deshalb besorgniserregend, weil die Schulqualität den Kernbereich der Bildung betrifft. Weiterlesen

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Schulmisere in Berlin

Koalitionsvereinbarung  von Rot-Rot-Grün: eine einzige Enttäuschung

Seit 1996 stellt  die SPD in Berlin  ununterbrochen den Senator für Schulwesen. In jeder Koalition blieb ihr  diese Verantwortung erhalten, weil sie Schule und Bildung als Kernbereich sozialdemokratischer Identität ansah. Keine andere Partei wollte ihr diesen Anspruch streitig machen. Seit der Zeit August Bebels rangiert Bildung im sozialdemokratischen Ideenfundus ganz weit oben. Die SPD wollte den Unterprivilegierten aus der Arbeiterklasse den sozialen Aufstieg ermöglichen: durch Bildung. Viele Spitzenpolitiker in den eigenen Reihen sind diesen Weg selbst gegangen, bezeugen also durch ihre eigene Vita, dass Aufstieg von ganz unten nach oben durch Bildung möglich ist. Weiterlesen

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Neuerscheinung: „Auf den Lehrer kommt es an“

Im Jahre  2012  schrieb ich nach vielen Fachbüchern  für den Deutschunterricht mein erstes pädagogisches Buch, in dem ich meine Erfahrungen aus über 30 Jahren Unterricht an einer Gesamtschule und zwei Gymnasien in die griffige Botschaft kleidete, die auch den Titel des Buches bildete: „Auf den Lehrer kommt es an“ / „Wie Schule gelingen kann“.  Damals  galt man in pädagogischen Kreisen durchaus noch als Außenseiter, wenn man,  wie ich es tat,  mit Überzeugung  betonte, dass es in der Schule vor allem auf die Fähigkeiten des Lehrers ankomme. Zu stark war noch der Glaube, dass man mit neuen Schulformen, wie z.B. der Gemeinschaftsschule, oder mit  neuen didaktischen Konzepten wie dem Kompetenzmodell eine schöne neue Lernwelt  begründen könne. Weiterlesen

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Lehrer unterstützen Lehrer

Lehrer sind  immer noch überwiegend Einzelkämpfer. Sie bereiten ihren Unterricht alleine vor, führen ihn alleine durch und korrigieren die Klassenarbeiten und Tests zu Hause alleine.  Vor allem die Planung und  Ausarbeitung von Unterrichtssequenzen und  die  Erstellung von Lernmaterial  für die Schüler nimmt viel Zeit in Anspruch, bindet wertvolle Kräfte, die die sie  gut an anderer Stelle gebrauchen könnten: für Gespräche mit Schülern, Kollegen und Eltern. Gerade weil die Unterrichtsplanung so aufwändig ist, greifen Lehrer gerne auf bewährtes Material zurück. Wer wollte es ihnen verdenken? Der Innovation im Unterricht ist dies  allerdings  nicht unbedingt zuträglich.

Kaum ein Lehrer weiß, was der Kollege, der dasselbe Fach in einer Parallelklasse unterrichtet, in seinem Unterricht veranstaltet. Das bekommt er oft nur dann mit, wenn Schüler davon berichten, die in der Regel gut mit ihren  Mitschülern vernetzt sind.  Dann erfährt der Lehrer, welche Texte die anderen Klassen in Deutsch gerade lesen und wie der Geschichtsunterricht verläuft. Dann häufen  sich Fragen wie: „Warum machen wir nicht auch Rollenspiele zum Wartburgfest wie die 8 c bei  Herrn Weber?“ oder „Frau Müller liest in der 9 b die `Schachnovelle´. Die  soll sehr spannend sein.  Lesen wir das Buch auch?“  Wie man sieht, fordern  Schüler einen interessanten Unterricht manchmal  regelrecht ein. Weiterlesen

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„Raum ist in der kleinsten Hütte…“ (Friedrich Schiller)

Warum kaputte Schuldächer und und unhygienische Toiletten nicht für eine schlechte Bildung verantwortlich sind

Anfang Dezember erschien im Berliner Stadtmagazin „zitty“ eine ausführliche Schulreportage unter dem Titel „Berliner Bildungsjammer – was sind die Ursachen?“. Wer beim Lesen des durchaus zutreffenden Titels gehofft hatte, dass er Auskunft darüber bekommt, warum die Leistungen in den Berliner Schulen so weit hinter dem Bundesdurchschnitt zurückbleiben, wurde bei der Lektüre des Textes bitter enttäuscht. Fünf Seiten lang wurden in extenso „verfallende Schulgebäude“, „stinkende Klos“ und „einstürzende Decken“ beschrieben – oft in grellem Naturalismus. Gleichzeitig wurde der Bildungsvergleich des „Instituts der Deutschen Wirtschaft“ zitiert, dem zufolge das Berliner Schulsystem den letzten Platz aller Bundesländer belegt. Dadurch erweckte der Artikel den Eindruck, das schlechte Abschneiden der Berliner Schüler im bundesweiten Bildungsranking habe seine Ursache in den baulichen Missständen. Im ganzen Artikel findet sich kein einziges pädagogisches Argument, das belegen könnte, weshalb Berliner Schüler bei den bundesweiten Vergleichstests versagen. Weiterlesen

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Kompetenzorientierung am Pranger

In der letzten Februarwoche 2015 wurden die Ergebnisse des Grundschultests „Vera 3“ in Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht. Getestet wurden die Rechtschreibleistungen der Drittklässler. Das Ergebnis ist schockierend: Mehr als ein Drittel der Schüler (37,4 %) erreichen nicht einmal den Mindeststandard, den die Kultusministerkonferenz festgelegt hat. Weitere 25,9 % erreichen dieses Minimum nur knapp. Man kann also davon ausgehen, dass mehr als die Hälfte der Grundschüler der 3. Klasse in diesem Bundesland die deutsche Rechtschreibung nicht oder nur unzureichend beherrscht. Ein niederschmetterndes Resultat. Weiterlesen

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Freier Blick ins Klassenzimmer

Mir wird immer wieder von Kollegen berichtet, dass sich große Teile des Lehrerkollegiums ihrer Schule dagegen sträuben, ihren Unterricht für andere Lehrer zugänglich zu machen. Zu verfestigt ist die Gewohnheit, im Klassenzimmer  mit den Schülern  allein zu sein – unbeobachtet und unkontrolliert. Die „geschlossene Tür“ beim Unterricht ist eines der letzten Tabus an unseren Schulen. Weiterlesen

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