Archiv der Kategorie: Hochbegabte

Rote Laterne auf ewig?

Berlin entwickelt sich  zum Italien der Schulpolitik, wenn es sich weiterhin weigert, von den erfolgreichen Bundesländern zu lernen. Einschneidende  Reformen sind unumgänglich.

In der  Bildungspolitik hat es noch nie geschadet, wenn der dafür verantwortliche Minister oder Senator vom Fach ist. Die Komplexität des  Kosmos Schule   kann nur jemand voll verstehen, der in der Schule als Lehrkraft oder – besser noch –  als Schulleiter gewirkt hat. Fehlt einem Verantwortlichen diese profunde Kenntnis, neigt er gerne dazu, sich an ideologischen Vorgaben seiner Partei  festzuhalten, die ihm Sicherheit versprechen. Pragmatische Problemlösungen  sind dann kaum zu erwarten.  Dass die Berliner Schule im Leistungsvergleich der Bundesländer  seit Jahren den letzten Platz belegt, hat auch etwas mit dem beruflichen Hintergrund der Schulsenatoren zu tun. In den letzten 40 Jahren  waren  nur zwei Bildungssenatoren  Lehrer:  Hanna-Renate Laurien (CDU) und Sybille Volkholz (Grüne). Alle  anderen hatten eine andere Profession. Es gab  Juristen (Klemann), Politologen (Böger), Chemiker (Zöllner) und  Sozialpädagoginnen (Stahmer, Scheeres). Wenn in einem  Krankenhaus eine bahnbrechende  neue Operationstechnik entwickelt wird, werden alle Krankenhäuser bemüht sein, die Erfindung zum Wohl der Patienten baldmöglichst einzuführen. Bei der  Berliner Bildungsbehörde muss man  hingegen den Eindruck gewinnen, dass sie es partout vermeidet, von den erfolgreichen Bundesländern zu lernen. Lieber will man  die Rote Laterne behalten,  als  sich einzugestehen, dass man jahrelang   falsche Konzepte verfolgt hat. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Hochbegabte, Leistungsbereitschaft, Rolle des Lehrers, Stärkung des Gymnasiums, Unterrichtsqualität

Thomas Mann als Bildungsexperte

Veröffentlicht in der Tageszeitung DIE WELT am 23. 02. 2019

Der Schöpfer  großartiger Romanfiguren formuliert en passant verblüffende pädagogische Einsichten, die auch heute noch ihre  Gültigkeit besitzen. Etwa jene, dass man Schüler besser über- als unterfordern sollte.

 Jeder Thomas-Mann-Freund kennt das berühmte Kapitel 11 aus seinem Erfolgsroman „Buddenbrooks“ (1901), in dem er das Leiden des kleinen Johann („Hanno“) Buddenbrook an der wilhelminischen Schule erzählt. Der feinsinnige, künstlerisch begabte Knabe durchschaut die Hohlheit des Pauksystems und verachtet die Lehrkräfte, die  ihre Autorität nur mit Hilfe ihres Amtes und der damit verbundenen Strafgewalt aufrecht erhalten können. Weniger bekannt sind die Passagen aus dem Roman „Doktor Faustus“ (1947), die sich mit Pädagogik befassen. Der Komponist Adrian Leverkühn verschreibt sich dem Teufel, der ihm 24 Jahre höchster Produktivität im musikalischen Schaffen verspricht. Als Gegenleistung muss er darauf verzichten, Menschen zu lieben, weil er hinfort  mit Kälte geschlagen sein wird. Weiterlesen

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