Archiv der Kategorie: Der richtige Umgang mit Schülern

Viele Lehrer scheitern, weil sie keinen „Draht“ zu den Schülern finden. Soziale Interaktion und emotionale Intelligenz kann man lernen. Sie gehören zum wichtigsten „Handwerkszeug“ eines Lehrers.

Therapie statt Pädagogik

In der  SPIEGEL-Ausgabe 38/2017 ist der Bericht zweier Redakteure über eine psychosomatische Klinik in Bad Bramstedt zu lesen, der sich mit der  häufigsten Patientengruppe  solcher Kliniken –  den Lehrern –  befasst. Der Text lässt einen nicht kalt, weil aus den Erzählungen der Lehrkräfte  deutlich wird, dass für sie das Unterrichten  in erster Linie  ein Leidensprozess ist. Sie sind krank geworden, weil sie dem Stress im Unterricht, der aus Konflikten und Konfrontationen resultiert,  nicht mehr gewachsen waren. Bei ihnen  ist nichts  zu spüren von der Freude und Erfüllung, die dieser schöne Beruf bereit halten kann. Der Bericht macht einen aber auch wütend, weil man an den Schilderungen der Lehrer erkennt, wie mangelhaft  an ihren Schulen die pädagogische Lösungskompetenz  ausgeprägt ist, mit deren Hilfe  man der geschilderten Probleme Herr werden könnte. Weiterlesen

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit den Eltern, Der richtige Umgang mit Schülern, gegenseitige Besuche im Unterricht, Rolle des Lehrers

Das Bildungsroulette

Ich kann mich noch gut an den Brief einer Schülerin erinnern, die mit ihren Eltern von Berlin nach München gezogen war. Sie klagte darüber, dass sie, die ehemals gute Schülerin, in München nur im Mittelfeld landete. In zwei wichtigen Fächern (Englisch und Mathematik) war die Klasse im Stoff  über ein ganzes Schuljahr weiter als ihre Berliner Klasse. Sie beschrieb den Unterricht als straff geführt, die gestellten Aufgaben als absolut verbindlich – kurzum: Es handelte sich um die Leistungskultur, die die Berliner Schulen – auch die Gymnasien – allzu oft vermissen lassen. Die Schülerin schaffte, wie sie mir später mitteilte, mit großen Anstrengungen den Anschluss und bald darauf auch das Abitur. Sie konnte sich damit trösten, dass das bayerische Abitur unter der Hand mehr wert ist als das anderer Bundesländer. Bei Bewerbungsgesprächen gilt es als besonderes Qualitätssiegel. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Schulformdebatte, Sozialer Aufstieg durch Bildung, Unterrichtsmethoden

Warum Privatschulen so erfolgreich sind

Privatschulen sind ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt, seit bekannt wurde, dass die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig (SPD) ihren Sohn ab der 5. Klasse auf eine Privatschule schickt. Als Grund gibt sie die Nähe der Schule zum Wohnort an. In der Öffentlichkeit  wurde diese Entscheidung krisiert, wird doch die SPD nicht müde zu fordern, der Schulerfolg der Kinder dürfe nicht länger vom Geldbeutel der Eltern abhängen und das längere gemeinsame Lernen (an der staatlichen Schule) sei ein Gebot der Gerechtigkeit. Der folgende Beitrag soll zeigen, dass die Wahl einer Privatschule für das eigene Kind unter Umständen die erste Wahl sein kann.

 

Vorrang  des Pädagogischen

 Eltern sind wählerisch, wenn es um die Suche nach der richtigen Schule für ihre Kinder geht. Sorgfältig prüfen  sie die „Bonität“ der in Frage kommenden Schulen – also ihre pädagogische Qualität. Sie lesen die Berichte der staatlichen Schulinspektion und sprechen mit Schulangehörigen: mit Eltern, Schülern und Lehrern. Auch Schulen in privater Trägerschaft kommen bei der Schulwahl  in Betracht, vor allem dann, wenn sich die staatliche Schule im Wohnumfeld als nicht besonders leistungsstark erweist. Wenn keine passende Schule „im Angebot“ ist, gründen Eltern auch  gerne selbst eine Privatschule. In den letzten Jahren war  ein richtiger Gründungsboom zu verzeichnen. Gründungshauptstadt ist Berlin, wo vor allem in den Bezirken mit bildungsbeflissenen Eltern (Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain) viele Privatschulen ihre Arbeit aufgenommen haben. Zwei Privatschulen im Arbeiterbezirk Wedding versuchen seit kurzem  das Novum, ihre Einrichtung  ohne Schulgeld, nur durch Spenden zu betreiben. So  wollen sie unterprivilegierten Kindern den Schulbesuch ermöglichen. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Leistungsbereitschaft, Privatschulen, Unterrichtsmethode, Unterrichtsqualität

Stress in der Schule

Eine Studie, die das Institut für Psychologie und das Zentrum für angewandte Gesundheitswissenschaften (ZAG) der Leuphana Universität Lüneburg für die Deutsche Angestellten- Krankenkasse (DAK) erarbeitet haben, hat ergeben, dass in Deutschland jeder dritte Schüler unter Krankheiten leidet, die durch Schulstress hervorgerufen werden. Sie haben Schlafstörungen, leiden unter Kopf-,  Rücken- oder  Bauschschmerzen. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit den Eltern, Der richtige Umgang mit Schülern, Rolle des Lehrers

Den Bildungsföderalismus verteidigen!

Im Volksmund gibt es den Spruch: „Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch.“ – Der Besteller kann dann auch über die Musikstücke befinden, die auf dem Fest gespielt werden. Auf die Bildung in Deutschland übertragen hieße der Satz: „Wer für die Bildung verantwortlich ist, muss auch finanziell für sie aufkommen. Er darf die Bildung dann auch nach seinem Gutdünken gestalten.“   Deutschland ist ein föderal gegliederter Bundesstaat. Die Bildung gehört zu den wichtigsten Verantwortlichkeiten der Bundesländer. Bisher haben sie eifersüchtig darüber gewacht, dass ihnen der Bund kein Jota von diesen Befugnissen aus der Hand nimmt, gilt doch die Bildung als idealer Bereich, in dem man seine Gestaltungskraft unter Beweis stellen kann. Das ist auch der Grund für die großen Unterschiede im Schulsystem, die beim Umzug von Familien von einem Bundesland in ein anderes  manchmal bei den Kindern zu kleinen Tragödien  führen können. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Leistungsbereitschaft, Schulformdebatte, Unterrichtsqualität

Ein Schritt vorwärts – zwei Schritte zurück

Alarmierender  Rückschritt in der Schulqualität

Mitte August 2017 wurde der „Bildungsmonitor 2017“ veröffentlicht, der vom „Institut der deutschen Wirtschaft“ in Köln jedes Jahr herausgegeben wird. Diese Studie untersucht die Qualität von Bildung in Schule und Hochschule  und erstellt daraus ein Ranking der Bundesländer. Wie  zu erwarten war, belegen auch dieses Jahr  die Länder Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg  die vordersten Plätze. Die drei Länder Nordrhein-Westfalen, Bremen und Berlin rangieren am Ende  der Tabelle. Studiert man die Ergebnisse der Studie im einzelnen, fallen einige Verbesserungen ins Auge. So nahm die Qualität in den Handlungsfeldern Internationalisierung um 16,5 Punkte, bei der  Förderinfrastruktur um 10,7 Punkte und bei den  Betreuungsbedingungen um 8,8 Punkte zu. Alarmierend ist hingegen die Abnahme der Schulqualität um 7,3 Punkte. Diese Verschlechterung ist deshalb besorgniserregend, weil die Schulqualität den Kernbereich der Bildung betrifft. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Innere Schulreform, Schulformdebatte, Sozialer Aufstieg durch Bildung, Unterrichtsmethoden, Unterrichtsqualität

Pädagogische Gretchenfrage

Der bildungspolitische Streit zwischen dem rot-grünen und dem konservativen Lager macht sich vor allem an der Frage fest, wie man mit der Heterogenität der Schülerschaft umgehen soll. Selten wird in der Diskussion auf die Erfahrung der Lehrer zurückgegriffen. Dabei könnten  sie am besten über wirkungsvolle Unterrichtskonzepte Auskunft geben. Dies ist ein Plädoyer für  pädagogische  Vernunft.

Wer als Lehrer schon einmal in einer heterogen zusammengesetzten Klasse – etwa in einer Gesamtschule – unterrichtet hat, dem wird folgende Situation vertraut vorkommen. Die Lehrkraft erläutert im Geschichtsunterricht der 8.  Klasse die Gewaltenteilung, die in der Französischen Revolution das  absolute Herrschaftssystem der Könige zerbrochen hat. Schnell wird deutlich werden, dass die leistungsstarken Schüler das Prinzip der Trennung der staatlichen Gewalten im Nu  verstehen, während es den leistungsschwachen Schülern, denen abstraktes Denken oft nicht gegeben ist, schwer fällt, den Sinn dieser demokratischen Herrschaftsform zu begreifen. Der Lehrer  wird den Umweg über ein lebensnahes Beispiel – etwa aus dem schulischen Leben – nehmen müssen, um Gewaltenteilung auch für die Schüler mit geringem Abstraktionsvermögen sinnlich erfahrbar  und dadurch begreiflich  zu machen. Mit den guten Schülern hätte er  schon längst im Stoff voranschreiten und noch weit schwierigere Sachverhalte diskutieren können. Die meisten Lehrer  werden jedoch, dem  sozialen Anspruch der Gesellschaft und ihrem eigenen pädagogischen Gewissen gehorchend, so lange auf die Verständnisschwierigkeiten der leistungsschwachen Schüler eingehen, bis sie das Gefühl haben, dass sie das Geforderte annähernd verstanden haben. In der Regel bleiben während dieser „Förderphase“ die guten Schüler ohne Aufgabe, im besten Fall wird ihnen  die Lehrkraft raten, im Geschichtsbuch schon einmal das nächste Kapitel zu lesen. Eine nachhaltige Förderung der leistungsstarken Schüler kann man das nicht nennen. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Rolle des Lehrers, Schulformdebatte, Unterrichtsmethode, Unterrichtsqualität