Monatsarchiv: April 2020

Die Schule von morgen

Das  Homeschooling  offenbart, dass viele Schüler vom selbständigen Lernen überfordert sind. Auch die  soziale Bildungskluft vergrößert sich. Umso wichtiger ist es, dass die Schulen jetzt  die richtigen Lehren   ziehen.

Im Netz stößt  man  auf  Hilferufe von Schülern, die mit  ihren Hausaufgaben überfordert sind. Eine Schülerin, die an einer Gedichtanalyse verzweifelt, schreibt: „Halloooo,  ich sitze schon wirklich lange am Verständniss dieses Gedichtes. Ich soll es mit dem Gedicht von Günter Eich vergleichen…jedoch weiß ich nicht was dieses Gedicht mit das von Günter Eich im Hut hat…Das von Günter Eich ist ja unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg geschrieben worden und das von Christa Reinig 1965…. Gedichte sind leider nicht meine Stärke…“ – Was sich hier wie ein Hilferuf aus dem aktuellen  Homeschooling liest, ist schon älteren Datums, die Aufgabe eine ganz normale, alltägliche Hausaufgabe. Die Verzweiflung  der Schülerin enthüllt, womit wir zu rechnen haben, wenn die Schule über Wochen hinweg ins Elternhaus verlagert wird. Die Schülerin zeigt  nicht nur gravierende Rechtschreib- und Grammatikschwächen, sie hat offensichtlich auch  nicht verstanden, wie man Gedichte interpretiert. Im Unterricht ist alles schon einmal „dran gewesen“, hängen geblieben ist  wenig. Wenn man solche Kenntnislücken  auf die Republik hochrechnet, kann man  unterstellen, dass der Lerneffekt, der in den häuslichen vier Wänden erzielt wird, noch hinter den schulischen Lernergebnissen  zurückbleibt. Hausaufgaben kann man  nur  selbstständig  lösen, wenn man ein grundlegendes Verständnis des Gegenstands erworben hat. Andernfalls ist  man hilflos und auf fremden Beistand  angewiesen. Der große Zuspruch, den Lernvideos auf  YouTube  erfahren, verdankt sich der Ineffektivität des schulischen Lernprozesses. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Exemplarisches Lernen, ganzheitliche Bildung, Reformpädagogik, Rolle des Lehrers, Unterrichtsinhalte, Unterrichtsmethode