Monatsarchiv: Februar 2019

Schummeleien in der Doktorarbeit

In den letzten  Jahren haben verschiedene Politiker ihren Doktortitel verloren, weil ihnen „Unsauberkeiten“ bei der wissenschaftlichen Arbeit, teilweise auch offene Plagiate  nachgewiesen werden konnten. Darunter waren auch zwei Bundesminister: Baron zu Guttenberg, Annette Schavan. Beide Politiker haben mit dem Titel  nicht nur ihren guten Ruf, sondern auch ihre politischen Ämter verloren. Jetzt ist auch die Doktorarbeit von Franziska Giffey ins Visier der Recherche-Plattform „VroniPlag Wiki“ geraten. Sie will bei 140 Sätzen der Arbeit unsaubere oder falsche Zitierweisen entdeckt haben. Als Deutschlehrer ärgere ich mich immer wieder aufs Neue über solche Schummelmeldungen. Jeder Schüler am Gymnasium bekommt zu Beginn der Gymnasialen Oberstufe erklärt, wie man wissenschaftliche Arbeiten verfasst. Dabei wird erläutert, wie man mit fremden Meinungen umgeht, die man in der eigenen Arbeit verwerten möchte. Das direkte (mit Anführungszeichen) und das indirekte Zitieren (im Konjunktiv I), beides  mit Verweis auf die Quelle  werden  eingeführt und an Beispielen geübt. Jede  Schülerarbeit wird abgewertet, wenn  Verstöße gegen die intellektuelle Redlichkeit nachweisbar sind. Bei gehäuften Verstößen wird die Arbeit als „mangelhaft“ gewertet. Facharbeiten, die zu Hause verfasst werden dürfen, werden mit einer speziellen Software auf Plagiate überprüft. Dieselben strengen Sitten gelten auch an der Universität. Warum fallen den Doktorvätern und -müttern dann selbst grobe Verstöße gegen die Zitierregeln nicht auf? Warum müssen erst private Prüfinstanzen, die hobbymäßig unterwegs sind, solche Fehler aufdecken? Weiterlesen

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Schule als Gefahrenzone

Der Beitrag wurde veröffentlicht in der WELT vom 06. 02. 2019.

Mobbing ist fatal. Schreitet niemand ein, können die Schikanen unter Kindern im schlimmsten Fall für Lebensüberdruss sorgen. Dabei gibt es für Lehrer bewährte  Methoden, die Klasse zu befrieden.

Vor kurzem starb ein 11-jähriges Mädchen, das eine Berliner Grundschule besucht hatte. Dem „Tagesspiegel“ zufolge soll es einen Suizidversuch unternommen haben und später an den Folgen im Krankenhaus gestorben sein.  Das Mädchen soll  zuvor  in ihrer  Klasse von  Mitschülern  verbal  und körperlich   attackiert worden  sein. Eltern aus der Klasse berichteten, dass  Lehrer und Schulleitung auf das Problem  schon lange vorher  aufmerksam gemacht  worden seien. Sie hätten jedoch abgewiegelt, weil doch alles nicht so tragisch sei. Ein fataler Irrtum. Mobbing ist für die Betroffenen immer tragisch. Es führt zu Angst,  Ohnmachtsgefühlen  und schließlich zu Lebensüberdruss. Es ist nur schwer nachzuvollziehen, dass eine Institution, der die Eltern ihre Kinder tagtäglich  anvertrauen, deutliche Hinweise auf  Mobbing nicht ernst nimmt. Weiterlesen

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