Monatsarchiv: August 2018

Den Schutzraum Schule verteidigen

Im letzten Jahr lief auf dem   Kinderkanal KIKA von AFD und ZDF  der Film  „Malvina, Diaa und die Liebe“.  Der Film sorgte für Verwunderung, weil das  sechzehnjährige deutsche Mädchen Malvina zugab, dass sie sich „aus Liebe“ den Kleidervorschriften des jungen Mannes, der  als  Flüchtling aus Syrien zu uns gekommen war, unterwarf. Fortan trug sie nur noch lange Kleider und ihre  Shirts  waren  hoch geschlossen. Auch das unter Jugendlichen übliche Umarmen der Freunde  unterließ sie. Diaa hatte nämlich gesagt, sie gehöre ihm, weil das die Regel sei – seine Regel. Es wäre für die  KIKA-Redaktion ein Leichtes gewesen, ein deutsches Mädchen zu finden, das  ihrem muslimischen Freund selbstbewusst erklärt, dass in unserem  Land jeder Mensch das Recht hat, sich zu kleiden, wie er möchte – auch Frauen.  Sie hätte ihm sagen können, dass Religion bei uns Privatsache ist, die man nicht als Druckmittel gegen andere Menschen einsetzt. Das hätte ein pädagogisch wertvoller Film werden können. So aber bleibt  die zweifelhafte Botschaft, dass es  für Mädchen um der  Liebe zu einem  Muslim willen  geboten sein könnte, die Freiheitsrechte, um die Frauen  Jahrhunderte lang gekämpft haben, aufzugeben. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Migrantenkinder in der Schule, Neutralitätsgebot, Verantwortung der Eltern

Entzaubert

Am Ländervergleich schulischer Leistungen wird deutlich, dass das „längere gemeinsame Lernen“ die damit verbunden positiven Erwartungen  nicht erfüllt.

Fast jeder vierte Einwohner Deutschlands hat einen Migrationshintergrund. Diese ethnische Vielfalt bildet sich in keiner anderen Institution so sichtbar ab wie in der Schule.  Kinder aus aller Herren Länder lernen gemeinsam mit deutschen Kindern. Die Vielfalt der Herkunftssprachen ist  enorm.   Alle Schüler bringen die geistigen und kulturellen Prägungen  mit, die  sie im Elternhaus und in ihrem sozialen Milieu erworben haben. Heute lautet die Gretchenfrage der Pädagogik: Wie kann man  die Vielfalt an Begabungen, sprachlichem Vermögen, sozialem Verhalten und kulturellen Prägungen  pädagogisch  so  handhaben, dass für jedes Kind das optimale Lernergebnis herauskommt. Nicht-Pädagogen, die zum ersten Mal eine quirlige Multi-Kulti-Klasse live erleben, erscheint diese Aufgabe als die Quadratur des Kreises. Sie empfinden die Lehrkraft auf einer „mission impossible“. Doch die Lehrkräfte  wissen sich offensichtlich zu helfen. Darum gelingt auch der Unterricht im ganzen Land  überwiegend konfliktfrei. Auf einem anderen Blatt steht jedoch die Frage, wie sich der Umgang mit der heterogenen Schülermischung in den Lernergebnissen niederschlägt. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Leistungsbereitschaft, Rolle des Lehrers, Schulformdebatte, Sozialer Aufstieg durch Bildung, Unterrichtsmethode, Unterrichtsqualität