Monatsarchiv: Juli 2018

Bildungsstand der Eltern und Schulerfolg

Bildungsforscher betonen immer wieder, dass die Bildungsnähe oder -ferne ein wichtiges Kriterium für den Schulerfolg der Kinder sei. Für Lehrkräfte, die in der Grundschule unterrichten, ist das keine neue Erkenntnis. Sie erleben, wie Kinder aus einem bildungsaffinen Elternhaus schon als 6-Jährige differenziert mit der Sprache umgehen können, während Kinder aus der sozialen Unterschicht nur in grammatisch einfachen Sätzen und mit einem reduzierten Wortschatz sprechen. Da außer den Naturwissenschaften der Lernprozess aller Schulfächer einen hohen sprachlichen Anteil  aufweist, muss man kein Prophet sein, um zu erahnen, dass Kinder mit  einem elaborierten Sprachvermögen eindeutig im Vorteil  sind. Kinder aus Migrantenfamilien sind besonders gefährdet, schon in der Grundschule abgehängt zu werden. Dies geschieht vor allem dann, wenn sie keine Kita besucht und deshalb nicht richtig  Deutsch gelernt haben. In Berlin müssen Kinder, die keine Kita besuchen, im vierten Lebensjahr an einer Sprachstandserhebung teilnehmen. Die Eltern werden von der Bildungsverwaltung angeschrieben. Trotzdem verweigern  jedes Jahr viele  Eltern diesen Test. Sie nehmen die schulischen Nachteile für ihre Kinder  offensichtlich  in Kauf. Und die Senatorin hat noch keinen Weg gefunden, die Eltern mittels Sanktionen in  die Pflicht zu nehmen. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit den Eltern, Der richtige Umgang mit Schülern, Migrantenkinder in der Schule, Neutralitätsgebot, Sozialer Aufstieg durch Bildung, Verantwortung der Eltern

Wie das Abitur erleichtert wird

Als die Kultusministerkonferenz (KMK)  im Jahre 2017  beschloss, das bundesdeutsche Abitur über gemeinsame Aufgabenstellungen (Pool-Aufgaben) in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch  zu vereinheitlichen, schwang die Hoffnung mit, dass die Kultusminister von diesem Angebot regen Gebrauch machen würden. Dem war aber nicht so. Beileibe nicht alle Länder nutzten das Angebot. Begründet wurde diese Zurückhaltung damit, dass die Aufgaben nicht zum erteilten Unterricht passen würden. Anstatt den Unterricht so zu  verändern, dass die Aufgaben „passen“, wurde lieber auf deren Verwendung verzichtet. Einige Bundesländer änderten sogar die Aufgaben, um sie an die Unterrichtspraxis in ihren Schulen anzupassen. Ob damit eine Erleichterung verbunden war, lässt sich nicht nachprüfen.  Das „Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen“ (IQB), das die Aufgaben entwickelt hat,  darf darüber keine Auskunft geben, weil ihm die KMK einen Maulkorb verpasst hat. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Abitur, Unterrichtsqualität