Monatsarchiv: Juni 2016

Wir lassen keine(n) zurück!

In Deutschland verlassen jedes Jahr knapp 50.000 junge Menschen die Schule, ohne einen Abschluss erreicht zu haben. In Berlin sind es ca. 6.000.  Sie schaffen nicht einmal den leichtesten Abschluss, der heute Berufsbildungsreife genannt wird. Früher hieß er Hauptschulabschluss. Die Folgen sind fatal: für die Betroffenen und für die Gesellschaft. Ein Schüler ohne Schulabschluss findet nur schlecht einen Ausbildungsplatz. Ohne Beruf  jobben diese jungen Menschen in unterschiedlichen Branchen, um schließlich im Hartz-IV-System zu landen. Als Lehrer, der die meiste Zeit im Gymnasium unterrichtet hat., wollte ich wissen, wie es an den Schulen zugeht, an denen viele dieser „Schulversager“ unterrichtet werden. Dazu hospitierte ich an einer Integrierten Sekundarschule im Berliner Stadtteil Moabit. Ich sprach mit  dem Schulleiter und einigen Lehrkräften und Schülern. Und ich besuchte  Unterricht im Fach Deutsch.  Hier ist der Erfahrungsbericht.

 

Hedwig-Dohm-Oberschule  – die Schule im Herzen Berlins  – ein Erfahrungsbericht

Das  mit wildem Wein bewachsene  Backsteingebäude aus der Gründerzeit  steht  am Stephanplatz  im  Stadtteil  Berlin-Moabit, der zum Bezirk Mitte gehört.   Es beherbergt  die  Hedwig-Dohm-Oberschule, eine Integrierte Sekundarschule, die aus der Zusammenlegung einer Real- mit einer Hauptschule entstanden ist.  Namenspatronin ist  die  jüdische Frauenrechtlerin Hedwig Dohm, die im 19. Jahrhundert mit „Mut vor Königsthronen“  und  geistreichem  Humor  für die volle Gleichstellung von Mann und Frau eingetreten ist. Hedwig Dohm war die Großmutter von Katharina („Katja“) Pringsheim, der Ehefrau von Thomas Mann. Noch die Kinder des Mann-Ehepaars waren stolz auf ihre streitbare Urgroßmutter. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit den Eltern, Der richtige Umgang mit Schülern, Rolle des Lehrers

Durchgeknallte „Pädagogen“

Die Szenerie: Blockade einer Hauptverkehrsstraße, heftige Straßenschlachten der Blockierer mit der Polizei, angezündete Autos, Tränengasschwaden, Schusswechsel, sechs Tote, über 100 Verletzte, darunter 45 Polizisten, die Schusswunden erlitten hatten. So die Bilanz. Wer waren die Randalierer? Bergwerkarbeiter in Südafrika? Bauern in Argentinien? Nein! Es waren Lehrer, mexikanische Lehrer, die der radikalen Gewerkschaft CNTE angehören. Sie wollen eine Schulreform verhindern, die alle vernünftigen Beobachter und auch internationale Organisationen wie die OECD für dringend geboten halten. Weiterlesen

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Diktat des Elternwillens

Hatice ist ein aufgewecktes Mädchen mit türkischem Hintergrund. Die Grundschule im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen hat sie  mit Bravour durchlaufen und beste Zensuren eingeheimst. Ihre Lehrer sagten zu ihren Eltern, ihre Tochter werde die Zierde jedes Gymnasiums sein. Ronny, der Sohn deutscher Eltern, tat sich schwer in der Grundschule. In Punkto  Auffassungsgabe und Leistungsbereitschaft blieb er hinter seinen Klassenkameraden zurück. Als im Frühjahr 2016 die raren Plätze für die Gymnasien in Frankfurts Innenstadt vergeben wurden, landete Ronny auf dem Gymnasium, während Hatice   eine Gesamtschule zugewiesen bekam. Wie ist das möglich? Kinder mit schlechten Noten landen auf dem Gymnasium, während Schüler mit blendenden Noten die Gesamtschule besuchen müssen!  Die Bildungspolitik der schwarz-grünen Regierung  von Hessen macht´s möglich. Die Eltern von Hatice hatten das Pech, das Mädchen zu spät an einem Gymnasium angemeldet zu haben, während die Eltern von Ronny sofort auf der Matte standen. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Übrigens:  Die Namen der beiden Schüler sind erfunden. Das an den beiden  Beispielen  deutlich gewordene Problem jedoch entspricht  der Realität. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Der richtige Umgang mit Schülern, Leistungsbereitschaft, Schulformdebatte, Sozialer Aufstieg durch Bildung