Monatsarchiv: Juli 2014

Ideologie gegen Kindeswohl

Wenn ein Deutschlehrer am Gymnasium oder an einer Gesamtschule eine Eingangsklasse (in der Regel in der 5. Jahrgangsstufe) neu übernimmt, wird er schon nach einer Woche Unterricht feststellen können, welche Kinder aus bildungsbeflissenen und welche aus bildungsfernen Elternhäusern stammen. Kinder von Akademikern schaffen es in der Regel, sich gewandt und flüssig auszudrücken. In der verbalen und schriftlichen Kommunikation machen sie kaum Fehler, weil sie es in der häuslichen Sozialisation von klein an gelernt haben, mit dem Wort sicher umzugehen. Ihre Sätze sind differenziert, oft in Haupt- und Gliedsätze gegliedert. Damit gelingt es ihnen, auch komplexe Sachverhalte adäquat zu beschreiben.   Kinder aus der deutschen Unterschicht oder aus der Migrantenschicht fallen dagegen sehr stark ab. Sie sprechen oft nur in kurzen Sätzen, manchmal auch nur mit einzelnen Wörtern. Bei Kindern mit Migrationshintergrund kommen oft noch grammatische Fehler hinzu. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Sozialer Aufstieg durch Bildung

Vier Jahre Sekundarschule in Berlin – ein Erfolgsmodell?

Bildungspolitiker pflegen eine Vorliebe, die Lehrer und Eltern wenig sympathisch finden. Sie lieben es, immer neue Schulformen in die Welt zu setzen. Dabei unterliegen sie dem Trugschluss, man müsse die Schüler nur neu mischen und das Schild am Schultor austauschen, und schon hätte man eine neue wunderbare Lernkultur. Lehrkräfte begegnen solchen Verheißungen in der Regel mit Skepsis. Sie wissen, dass ein Hauptschüler auch dann ein Hauptschüler bleibt, wenn er die Sitzbank mit einem Realschüler teilt. Die Verfechter der Gemeinschaftschule gehen davon aus, dass die minder begabten Schüler sich an den begabten „aufrichten“, dass sie sich in ihrem Lerneifer und ihrem Sozialverhalten an den guten Schülern orientieren. Stimmt diese Annahme? Weiterlesen

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Eingeordnet unter Schulformdebatte, Unterrichtsqualität